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Land Grabbing im Namen des Klimaschutzes: Wenn Ackerland zu Treibstoffplantagen wird

wilma

Dä trügerischi Schiin vo de saubere Tankfüllig

Agrotreibstoff wird gern als klimafreundlichi Alternative zu Benzin und Diesel verkauft. Doch dä Schein trügt. Wenn Zuckerrohr, Palmöl, Soja oder Raps i de Tank wandere, verschwinde d Emissione nöd automatisch. Entwaldig, Moorbodeverlust, Dünger, Pestizid, Verarbeitung und Transport chönd d Klimabilanz massiv verschlechtere. Vor allem aber stellt sich e grundsätzligi Frag: Darf e Mobilitätssystem wertvolls Ackerland verbrauche, während anderswo Mänsche um bezahlbari Nahrig und sicheri Landrächt kämpfed?

Westlichi und europäischi Beimischigsquote erhöhed d Nachfrage nach Energiepflanze weltweit markant. Sie verlagere de Druck uf Regionä, i dene Land oft nöd rechtlich gschützt isch und indigene Gemeinschaften nur unvollständig oder gar nöd a Entscheidige beteiligt werde. D Folge sind grossflächigi Pacht- und Chaufverträg, Rodige und Vertribige. Was i de Europäische Union dur Richtlinie wie RED II und RED III als erneuerbari Energie aagrächnet wird, cha im globale Süde d Zerstörig vo Lebensgrundlage bedeute. D Realität vom weltwite Land Grabbing zeigt, wie lokali Buure und indigene Mänsche vo ihre Fälder verdrängt werde.

Im Jahr 2026 isch dä Konflikt zwüschet Teller und Tank nöd entschärft, sondern politisch dringlicher worde. D Klimakrise, steigendi Lebensmittelpriise, geopolitischi Unsicherheite und d wachsendi Konkurrenz um Boden verschärfed sich gegenseitig. Schwiiz und Europa müend drum d Grundlage vo ihrer Treibstoffpolitik überprüefe. E Massnahm isch nöd automatisch nachhaltig, nur will sie i ere Verordnung als erneuerbar deklariert wird.

Wenn Ackerland zur Rohstoffquälle für Mobilität wird

Landraub isch kei Sammlung vo bedauerliche Einzelfäll. Gemeint sind grossflächigi Landübertragige, bi dene Regierige, Investorä oder Konzerne Land pachte oder chaufe, ohni dass d betroffene Bevölkerung frei, frühziitig und umfassend informiert wird. Häufig fehlt es an gültige Landtitel, obwohl Gemeinschaften über Generatione hinweg uf dem Land läbed, aabaued, jaged, fischend und Wasser schöpfed. Rechtlichi Lücke werde so zum Einfallstor für Industrieprojäkt.

Besonders lukrativ sind fruchtbari Böde und Regionä mit gueter Infrastruktur. Für Zuckerrohr und Ethanol, Palmöl, Sojaöl oder anderi Energiepflanze werde Fläche reserviert, wo vorher Mais, Maniok, Reis, Hirse oder Hülsenfrücht für d lokali Versorgig gwachse sind. D Umwandlig verändert nöd nur d Produktion, sondern au d Macht über Wasser, Wald und Verkehrsweg. Wer s Land kontrolliert, kontrolliert oft au d wirtschaftliche Perspektive vo de umliegende Dörfer.

Three people beside a motorcycle in a harvested sugarcane field
Turning fertile farmland into fuel feedstock intensifies competition between export-oriented energy production and local food security.

En Bericht vo EuropAfrica und FIAN het bereits früeh ufzeigt, dass en sehr grosse Teil vo de dokumentierte Landübernahme i Afrika mit Agrotreibstoff verbunde gsi isch. I Senegal hend Bäuerinne und Buure berichtet, dass d Umstellig uf Jatropha d Produktivität verschlechtert und sie mit leere Verspreche zruggla worde sind. D europäischi Nachfrage wirkt debii wie e unsichtbari Subvention für exportorientierti Plantagewirtschaft. D Rohstoff gönd use, während d soziale und ökologischen Chöschte vor Ort bliibed.

  • Lokali Nahrig wird dur exportfähigi Energiepflanze verdrängt.
  • Gemeinschaftliche Land- und Wasserrecht werde ignoriert oder geschwächt.
  • Arbeitsplätz sind oft unsicher, schlecht bezahlt und abhängig vo einzelne Plantagebetriib.
  • Rodige und Monokulture zerstöred Böde, Ökosystem und traditionelli Lebensgrundlage.

Vertribig und Zerstörig am Bispiel vo Südostasie und Südamerika

Im südliche Papua in Indonesie zeigt sich, wie eng Agrotreibstoff, Agrarkonzerne und Entwaldig mitenand verbunde sind. D Region umfasst artenrichi Tiefland-Regewälder, Torfmoor und d Trans-Fly-Savanne. Für Palmöl, Zuckerrohr, Reis und sogenannti Food Estates sind grossi Fläche vorgseh. Nach de Dokumentation vo Regenwaldschutz-Organisatione sind 2’684’681 Hektare bedroht, darunter 972’625 Hektare Torfmoorwald. Wird Torf entwässert und abbrönnt, entstönd sehr hochi Treibhausgasemissione, während e einzigartigs Ökosystem unwiderrueflich verlore gaht.

Besonders schwer wiegt, dass indigene Papuas vom Wald nöd nur wirtschaftlich abhängig sind. Er liefert Nahrung, Medizin, Baumaterial und Wasser und bildet s Zentrum vo kultureller und spiritueller Identität. Beim Grossprojekt PSN Merauke het d indonesischi Menschenrechtskommission KomnasHAM Verletzige vo Landrecht, Recht uf e gsundi Umwelt, Ernährungssicherheit, Mitsprach und Sicherheit festgstellt. Für bis zu drei Millione Hektare Zuckerrohr- und Reisplantage sind vier indigene Völker betroffen. Ihre freie, vorgängigi und informierte Zustimmung sei nöd iigholt worde. Die Kommission het au vor psychischem Druck im Zusammenhang mit zusätzlicher Militärpräsenz gwarnet.

Au im Gran Chaco in Argentinie führt d globale Nachfrage nach Soja zu tiefgreifende Verändrige. D Sojafläche het sich über zwei Jahrzehnt fascht vervierfacht. Soja dient de Exportwirtschaft, de Fütterig vo Nutztier und zunehmend au de Biodieselproduktion. Für d Wichí und anderi indigene Gemeinschaften bedeutet d Umwandlig vom Wald i Felder weniger Zugang zu Jagd, Fischerei, Sammelwirtschaft und chline Ackerfläche. Rodige, Erosion, Überschwemmige und Bodedegradation untergrabe d lokale Lebensgrundlage.

In Brasilie dokumentiert Global Witness Konflikt rund um Palmölprojäkt i Pará. Betroffen sind indigene, quilombolische, flussnahe und bäuerlichi Gemeinschaften. D Vorwürf reichend vo illegale Landaneignig und Zwangsrüümige bis zu Drohige, Festhaltige und körperlicher Gewalt. Betroffeni Unternehme bestreited einzelne Vorwürf oder stelle sich selber als Opfer krimineller Handlige dar. Unabhängig vo de juristische Abklärig zeigt dä Fall, wie schwach Lieferchette sind, wenn internationale Abnehmer trotz bekannte Konflikt wiiter Ware bezieh.

Region Treiber vo de Landnutzig Diräkti Folge
Südliches Papua Zuckerrohr, Palmöl, Reis und Food Estates Entwaldig, Druck uf indigene Landrecht und Verlust vo Nahrigsquelle
Gran Chaco Soja für Export, Tierfüetterig und Biodiesel Rodige, Pestizidbelastig, Vertribig und Bodedegradation
Pará in Brasilie Palmölplantage und internationale Lieferchette Landkonflikt, Gewaltvorwürf und Einschränkung vo Gemeinschaftsrecht

Ernährigssicherheit uf em Spil

Wenn Ackerland für Treibstoff statt für Lebensmittel genutzt wird, entstoht e diräkti Konkurrenz. D Rohstoffpriise chönd stige, und lokale Märkt werde empfindlicher gegenüber globale Preisschwankige. Für Haushält mit wenig Einkommen isch das existenziell. Sie chönd steigendi Priise nöd eifach mit ere andere Mobilitätsform kompensiere. Bereits chliini Verknappige bi Mais, Zucker, Soja oder Pflanzenöl wirke sich uf Brot, Fütterig und Grundnahrig us.

D Konkurrenz betrifft nöd nur d Flächeneinteilig. Monokulture verbrauche viel Wasser und Nährstoff und mache Regionä abhängig vo Dünger, Pestizid und importiertem Saatgut. I Bolivie isch laut ere dokumentierte Untersuchung de Pestizidverbrauch innerhalb vo zehn Jahr meh als sächsfach gstige, uf rund 62’900 Tonne pro Jahr. Fast drei Viertel vo de zugelassene Mittel sind als hochgiftig beschriebe worde. Solchi Entwicklung gefährde d Gsundheit vo Landarbeiter, s Trinkwasser, Bestäuber und d langfristigi Fruchtbarkeit vo de Böde.

De Welternährigsausschuss vo de Vereinte Natione het in sim Fachbeitrag zu Biotreibstoff und Ernährungssicherheit klar gmacht, dass d Bewärtig nöd bi de Tankfüllig enden derf. Entscheidend sind Landbedarf, Priiswirklige, Versorgung vo verletzliche Bevölkerig, Arbeitsbedingige und d Verteilige vo Nutze und Chöschte. D Authoritative Source und d Expertise zu Biotreibstoff und Ernährungssicherheit zeiged, dass grossflächigi Expansione d Ernährigssicherheit und d Stellung vo Chliibuurebetrib bedrohe chönd.

  • Teller statt Tank: Nahrigssicherheit muess vor de Energieproduktion Priorität ha.
  • Landrecht vor Investitionsschutz: Betroffeni Gemeinschaften müend verbindlich zustimme chönne.
  • Ökosystem vor Monokultur: Wald, Moor, Wasser und Boden sind kei freie Restfläche.
  • Lokali Märkt vor Exportzwang: Landwirtschaft söll zuerst d Grundversorgig und d Resilienz stärke.

D Schwiizer Verantwortig und Handligsspiilrüüm im Gesetz

Au d Schwiiz trägt Verantwortig, wenn sie bi Treibstoffimport uf aabaubasierti Rohstoff zrugggrift oder Emissione über Kompensationsmechanisme verrechnet. Anders als d Europäischi Union kennt d Schwiiz für de Strassenverkehr kei gsetzlichi Beimischquote. D inländischi Nachfrage wird stattdesse vor allem über Stüürerliichterige im Mineralölstüürgsetz gfördert sowi über d Kompensationspflicht für Treibstoffimportöre im CO2-Gsetz gschöpft (verbindlichi Quote existiered i de Schwiiz erst ab 2026 im Flugverkehr im Rahme vo ReFuelEU Aviation für SAF). E Bilanz, wo aber nur d Verbrennig im Motor betrachtet, blendet Entwaldig, Landkonflikt und indirekti Landnutzigsänderige us. Kompensatione chönd die Problematik zusätzlich verschleiere, wenn sie als Freipass für wiiteri fossili oder agroindustrielli Import diene.

Die Schwiizer Methode vo de Umweltbelastigspünkt, kurz UBP, isch grundsätzlich e nützlichs Instrument für Lebenszyklusanalysen. Sie verbindet Emissione und Ressourceverbrauch mit umweltpolitische Schutzziil und erlaubt Verglich zwüschet Produkt und Prozäss. Aber au e gueti Methode het Grenze. Schwierigi soziale Kriterie wie Zwang, fehlendi Zustimmung, Landraub oder Repression werde nöd automatisch vollständig i e UBP-Zahl übersetzt. Was nöd sauber erfasst wird, cha politisch z leicht als akzeptabel erscheine.

Für e glaubwürdigi Politik bruucht es drum verbindlichi Sorgfaltspflichte, überprüefbari Lieferchette und klare Ausschlusskriterie. Agrotreibstoff us entwaldete Fläche, Torfböde oder strittigem Land derf nöd dur Stüürvorteil oder Kompensationspunkte aagrächnet werde. Gleichzeitig muess d Verkehrspolitik de Verbrauch senke, statt de bestehendi Bedarf mit immer neue Rohstoffquelle z decke.

  1. Stüürerliichterige im Mineralölstüürgsetz für aabaubasierti Treibstoff abschaffe, kei Strassen-Beimischquote iiführe und kei neui Förderige für Nahrigspflanze im Tank beschliesse.
  2. Importe nur zulasse, wenn Landrecht, freie Zustimmung, Umweltstandards und unabhängigi Kontrolle nachwiisbar sind.
  3. Bei begründetem Verdacht uf Landraub oder Menschenrechtsverletzige soforti Importstopps und Sanktione ermögliche.
  4. Gäld und Infrastruktur i öffentleche Verkehr, Veloweg, Fussverkehr, Bahn und effizienti Güterlogistik lenke.

Zyt für e radikali Wändi i de Energie- und Landwirtschaftspolitik

Treibstoff darf nöd uf Chöschte vo Menscherächt, Nahrig und intakte Ökosystem produziert werde. Agrotreibstoff isch kei neutrale Technologiewahl, sondern e politischi Priorität. Wenn wertvolls Ackerland für europäischi und westlichi Mobilität reserviert wird, verschiebt sich d Last uf Mänsche, wo am wenigschte zum Klimaproblem biitreit hend. D Klimabilanz wird unglaubwürdig, sobald Wald, Moor und lokale Versorgung zerstört werde.

Jetzt sind Politik, Zivilgsellschaft und Konsumierendi gforderet. Parlament und Bundesrat müend d stüürliche Privilegie im Mineralölstüürgsetz für Biotreibstoff us Nahrigspflanze beände, uf d Iifüehrig vo Strassen-Beimischquote verzichte, verbindlichi Menschenrechts- und Landrechtsprüefige verankere und problematischi Importe stoppe. Unternehmen müend Lieferchette offelege und Konfliktware usschliesse. Und du chasch politischi Forderige unterstütze, nachhaltigi Mobilitätslösige fördere und bi de öffentliche Debatte immer wieder d entscheidendi Frag stelle: Dient dä Rohstoff de Mänsche und em Klima, oder bloss em Tank?

Indirekte Landnutzungsänderung: Der versteckte CO2-Rucksack von Palmöl und Soja

wilma

De unsichtbari Chlapf füre Planet dur Agrosprit

Palmöl und Soja im Tank tönt uf de erschte Blick nach ere grüene Alternative. Pflanzen wachsed nach, binde während em Wachstum CO2 und chönnted fossili Treibstoff ersetze. Doch die Sicht isch z churz. Für d Klimawürkig zählt nöd nume, was direkt im Tank landet, sondern au, woher d Rohstoff chömed, weli Fläche dafür bruucht wird und was uf dere Fläche vorher produziert worde isch.

Genau da setzt de indirekti Landnutzigsänderig, kurz iLUC, aa. Wird wertvolls Ackerland für Energiepflanze reserviert, verschiebt sich d Produktion häufig anderswo ane. Nahrigsmittel und Futtermittel gönd nöd eifach verschwunde, sondern werde uf neui Fläche verdrängt. So chönd Wälder, Savanne, Grasland oder Moore unter Druck cho, obwohl uf de ursprüngliche Plantage kei Baum gfallt isch. Wär d iLUC-Zämehäng genau aaluegt, erkennt, warum d Schwiizer Klimapolitik und au s tägliche Konsumverhalte die indirekte Folg nöd länger usblände dörfed.

Wie de Dominoeffekt uf de Fälder wältwit funktioniert

De Mechanismus isch im Grundsatz e Marktreaktion. Wenn Palmöl oder Soja für Biodiesel lukrativer werde, lohnt sich d Umwandlig vo zusätzleche Fläche. Uf de bisherige Acker wächst denn weniger Weize, Mais, Raps oder Futtersoja. D Nachfrage nach dene Güeter bliibt aber bestah. Steigendi Priise setzed Produzente und Investore unter Druck, neui Fläche z erschliesse oder bestehendi Weide und Waldgebiet intensiver z nutze.

Die Verschiebig passiert über Grenze hinweg. E europäischi Beimischigsquote cha dadurch indirekt d Landnutzig i Südostasien oder Südamerika beeinflusse. Besonders problematisch wird de Effekt, wenn neui Fläche ökologisch höchst wertvoll isch. Tropischi Wälder speichered grosse Mengen Kohlenstoff, während Böde, Wurzle und Vegetation zerstört wärded. Bi Entwässerig vo Moore entwiicht zusätzlich CO2, und Bränd chönd über Jahre oder Jahrzehnte Emissione verursache.

Konventionelli CO2-Bilanze, wo nur Anbau, Verarbeitung und Transport vom fertige Treibstoff berechne, unterschätzed die Wirklichkeit. iLUC isch nöd direkt uf ere einzelne Plantage sichtbar. Forschendi müend d globali Marktreaktione mit ökonomische Modelle abschätze. Die Modelle hend Unsicherheite, will Annahme zu Priise, Ertrag, Handel und Schutzregelige stark variiered. Das isch aber kei Grund, de Effekt z ignoriere. Unsicherheit darf nöd zur politische Ausrede werde, wenn d mögliche Schade sehr gross sind.

  • Ersti Stufe: Energiepflanze verdränged Nahrigsmittel oder Futtermittel uf bestehende Nutzfläche.
  • Zweiti Stufe: D Produktion wandert uf neui Fläche, wo vorher Wald, Savanne, Grasland oder Moor gsi isch.
  • Dritti Stufe: Entwaldig, Bodestörig und Entwässerig setzed zusätzlichi Treibhausgas frei und beschädiged d Biodiversität.
  • Vierti Stufe: Höcheri Lebensmittelpriise und knappi Ressourcen träffed vor allem ärmeri Bevölkerige.

Palmöl und Soja im ökologische Faktencheck

Bi Palmöl isch de Blick uf tropischi Torfböde entscheidend. Intakti Torfmoorwälder speichered über sehr langi Zyt grosse Kohlenstoffmengen in de Pflanze und im nasse Bode. Für Ölpalme werde Torfböde häufig entwässert, damit d Wurzle nöd permanent im Wasser stönd. Laut ere Übersicht vo de niederländische Forschungsinstitution Wageninge bruucht de Anbau Entwässerigsgräbe, wo de Grundwasserspiegel ungefähr 60 bis 80 Zentimeter under d Oberfläche absenke chönd. De Torf beginnt sich z zersetze, de Bode sinkt ab, und zusätzlechs CO2 entwiicht. Trochni Torffläche sind au besonders brandgfährdet.

Aerial view of cleared, waterlogged fields beside dense tropical forest
Draining peatlands for plantation expansion can turn a supposed renewable fuel into a major source of climate emissions and biodiversity loss.

Das Problem beschränkt sich nöd uf d Plantage selber. Palmöl isch zwar pro Hektar sehr ertragriich und wird weltwit vor allem für Lebensmittel, Kosmetik und Industrie verwendet. Genau deshalb muess d Klimawürkig differenziert betrachtet werde. Wird Palmöl für Biodiesel nachfragt, erhöht sich d Gesamtnachfrage und es chönd sich Lieferströme verschiebe. Zertifizierigi, wo nur prüefed, ob d konkrete Fläche legal und nöd kürzlich gerodet worde isch, verhindere de globale Verdrängigseffekt nöd automatisch.

Soja führt i Südamerika zu ere andere, aber ähnlichi Flächenkonkurrenz. D Bohne wird zum Teil direkt für menschlichi Ernährung produziert, zu eme grosse Teil aber au als Tierfutter. Steigendi Nachfrage cha d Expansion i empfindlichi Landschaften wie de Cerrado-Savanne und i Randgebiet vo de Amazonasregion begünstige. De Cerrado isch kei unproduktivi Ödnis, sondern e arteriichi Landschaft mit grosse Kohlenstoffspeicher, Wasserquelle und einzigartiger Tier- und Pflanzevielfalt. Wenn Soja uf bisherige Weideland uswiicht, cha das wiederum Weidebetrieb i Waldgebiet verdränge.

Aspekt Palmöl Soja
Typischi Risikoregion Indonesie und Malaysia Brasilie und anderi südamerikanischi Länder
Besonders empfindlichi Fläche Tropischi Wälder und Torfböde Cerrado-Savanne, Waldgebiete und Weideland
Wichtigsti Klimarisike Entwaldig, Torfentwässerig und Bränd Landexpansion, Bodestörig und Verdrängig vo Viehwirtschaft
iLUC-Frag Zusätzlechi Nachfrage cha Plantageexpansion beschleunige Zusätzlechi Nachfrage cha Futtermittel- und Landmärkt verschärfe

Im Verglych mit fossilem Diesel cha Agrodiesel deshalb nur denn e Vorteil ha, wenn d Rohstoff tatsächlich us nachhaltige Quelle stammend und kei wertvolli Fläche verdränged. I de iLUC-Berechnige, wo Entwaldig und Torfverlust berücksichtige, cha Palmöl- oder Soja-Diesel de Klimavorteil vollständig verliere. Verschiedeni Analysen, unter anderem e Bericht zu Palmöl und Torfböde, chömed zum Schluss, dass Palmöl-Biodiesel unter bestimmte Bedingige sogar e höcheri Lebenszyklus-Emission als fossiler Diesel verursacht. Eifachi Etikette wie „pflanzlich“ oder „erneuerbar“ säged drum no nöd, ob e Treibstoff klimaverträglich isch.

D Schwiiz zwüsche Biosprit-Quote und währschafte Lösige

D Schwiiz isch i globali Rohstoffmärkt iigbunde, au wenn de hiesig Verbrauch im internationale Verglych chliiner isch. Importregelige, Nachhaltigkeitsnachwiis und Zollbehandlig chönd zwar Mindeststandard setze, aber sie erfassed nöd automatisch jedi indirekti Wirkig. E Lieferkette cha formell regelkonform sii und trotzdem Teil vo eme Markt sii, wo Expansion und Verdrängig förderet. Entscheidend sind deshalb nachvollziehbari Herkünft, unabhängigi Kontrollen und e Bilanz, wo direkte und indirekti Landnutzigsänderige berücksichtigt.

Au d Frage „Teller statt Tank“ isch nöd bloss e moralischi Schlagwort. Ackerland isch begrenzt, und jede zusätzliche Nutzung für Energie konkurriert mit Lebensmittel, Futtermittel und ökologischi Funktione. Wenn globale Ernte usfalled oder d Priise stige, träffed die Folg nöd alli gliich. Haushält mit wenig Iikomme müend en grössere Teil vom Budget für Essen uusgeh. Nachhaltigi Klimapolitik muess drum immer au d globali Ernährigssicherheit, d Rechte vo lokale Bevölkerige und d wirtschaftlichi Situation vo chliine Produzente mitdenke.

De europäischi Regulierigsrahme zeigt, wie umstritte und gleichzeitig dringlich das Thema isch. D EU arbeitet mit Nachhaltigkeitskriterie, Obergrenze für nahrigsmittelbasierte Biotreibstoff und Kategorie für Rohstoff mit hohem iLUC-Risiko. Die Instrument sind nöd perfekt, aber sie machend klar, dass erneuerbar nöd automatisch nachhaltig heisst. D europäische Übersicht zu Biotreibstoff zeigt, wie stark Energiestrategie, Landnutzig und Klimaschutz mitenand verknüpft sind.

  1. iLUC vollständig sichtbar mache: Bei jeder Förderig und jeder Klimabilanz müend direkte Emissione, indirekti Verdrängig und Landnutzigsrisike offe usgwiese werde.
  2. Hochrisiko-Rohstoff begrenze: Palmöl und Soja us gefährdete Lieferkette dörfed kei privilegierte Zugang zu öffentliche Förderige oder Beimischigsquote ha.
  3. Lieferkette kontrolliere: Geodate, unabhängigi Audits und Beschwerdemechanisme müend au chliini Produzente und lokale Gemeinschaften schütze.
  4. Biotreibstoffpolitik neu priorisiere: Rohstoff us Abfäll, Reststoff und nachhaltiger Kreislaufwirtschaft söll Vorrang ha vor Nahrungspflanze uf fruchtbarem Ackerland.

Konkreti Wäg für e echti Dekarbonisierig im Alpechamm

De glaubwürdigschti Wäg im Schweizer Verkehr führt nöd über möglichst viel pflanzliche Diesel, sondern über weniger fossili und weniger verbrännti Energie insgesamt. Batterieelektrischi Autos chönd im Alltagsverkehr effizient sii, vor allem wenn de Strom us erneuerbare Quelle chunnt. Für grössere Distanze und Güeterverkehr bietet de Schienentransport e zentrale Hebel. Jede Tonne, wo effizient uf de Schiene statt im Lastwage bewegt wird, senkt de Treibstoffbedarf und entschärft d Flächenkonkurrenz.

Für Bereich, wo Elektrifizierig schwieriger isch, chönd nachhaltig produzierte Biotreibstoff e begrenzti Rolle überneh. Entscheidend isch de Rohstoff. Abfall- und Reststoffströme sind aber nöd automatisch unbegrenzt verfügbar. Wenn e vermeintliche Abfall bereits als Tierfutter, Industrieinput oder Bodeverbesserer dient, erzeugt sini Umleitig neue Nachfrage nach andere Rohstoff. Au da brucht es e Systembilanz statt e grüeni Bezeichnig.

  • Elektrischi Mobilität im Personenverkehr konsequent usbaue.
  • Schiene, kombinierte Verkehr und regionale Verteilzentre stärche.
  • Biotreibstoff primär us verifizierte Abfall- und Reststoffquelle entwickle.
  • Logistikroute besser plane, Leerfahrte reduziere und Lieferige bündle.
  • Öffentliche Förderige a messbari Lebenszyklus-Emissione und strengi Landnutzigsstandard knüpfe.

Zyt für Ehrlichkeit i de Schwiizer Klimastrategie

Eine Klimastrategie, wo Waldzerstörig i Übersee uslagert und de importierte Treibstoff als „erneuerbar“ verbuecht, löst s Problem nöd. Sie verschiebt s Problem. Palmöl und Soja chönd wirtschaftlich wichtig sii, aber ihre Verwendig im Tank verdient kei Klimabonus, wenn dafür Torfböde entwässert, Savanne umbroche oder Nahrigsmittelproduktion verdrängt wird. D Unsicherheite vo iLUC-Modelle müend offe kommuniziert werde, aber sie dörfed nöd als Freipass für blindi Förderung diene.

Jetzt bruucht es politischi Verantwortig und wirtschaftlichi Transparenz. Behörden müend d Herkunft vo Rohstoff prüefbar mache, Unternehme müend Lieferketten bis zur konkrete Fläche offenlege, und Konsumente chönd dort Druck mache, wo sie Mobilität, Transport und Energie nachfröged. Weniger unnötigi Fahrte, meh öffentleche Verkehr, effizienti Güeterlogistik und e klare Vorrang für Teller statt Tank sind konkrete Schritt. E nachhaltigi Klimapolitik beginnt det, wo e Bilanz nöd nur guet usgseht, sondern au d Menschen, Böde und Wälder entlang de ganze Lieferkette schützt.

Schweizer Treibstoffpolitik auf dem Prüfstand: Wie grün sind biogene Zusätze im CO2-Gesetz wirklich?

wilma

Grüeni Illusion uf Schwiizer Strasse

Biotreibstoff wird im Schwiizer CO2-Gsetz gern als pragmatischi Brugg i e klimaverträglichi Mobilität dargestellt. E chliini Beimischig vo Ethanol oder Biodiesel, steuerlich begünstigt und mit bestehende Motorene kompatibel, söll fossili Energie ersetze, ohni dass sich am Alltag viel ändert. Das tönt bequem, isch aber nur denn überzeugend, wenn d ganze Wirkungskette berücksichtigt wird. Vom Acker über Dünger, Verarbeitung und Transport bis zum Motor entstönd Emissione, Flächenbedarf und ökologi Schäden, wo am Zapfhahn unsichtbar blibed.

Für d Schwiiz stellt sich deshalb nöd nur d Frag, ob en biogene Zusatz technisch funktioniert. Entscheidend isch, ob dafür wertvolls Ackerland beansprucht wird, ob Importware globali Märkt unter Druck setzt und ob d vermeintlich grüeni Lösung tatsächlich CO2 spart. D Spannig zwüsche Klimaziel, Landwirtschaft, Biodiversität und globaler Ernährigssicherheit isch real. Wer Agrotreibstoff undifferenziert förderet, schafft en Fehlanreiz, wo dä Verbrauch vo Fläche und Rohstoff belohnt, statt d Mobilität grundsätzlich sparsamer, effizienter und elektrischer z mache. Im Rahme vo de Schwiizer Gsetzgäbig lohnt sich deshalb en gnauere Blick uf d Fördermöglichkeite vo alternative Energieforme.

Paragrafen und Stüürprivilegie im Schwiizer Gsetzestext

D rechtlichi Grundlage für biogene Treibstoff liged vor allem im Mineralölstüürgsetz und i de klimapolitische Vorgabe für Treibstoffimportör. Importör vo fossile Treibstoff müend en Teil vo de verursachte Emissione kompensiere. Gleichzeitig chönd Treibstoff us erneuerbare Rohstoff vo Mineralölstüürerleichterige profitiere, wenn sie bestimmte ökologischi und soziali Bedingige erfülled. D Idee dahinter isch nachvollziehbar: Wer en fossile Energieträger ersetzt und nachwiislich weniger belastet, söll nöd gleich behandelt werde wie en klimaschädliche Alternative.

Das Problem entstoht det, wo d gesetzliche Vereinfachig d Realität überholt. D Stüürbefreiig orientiert sich zwar a Kriterien wie positive Umweltwirkung und sozial verträglicher Produktion. Aber e formelli Erfüllig vo Mindeststandards garantiert no kei umfassendi Nachhaltigkeit. D Herkunft vom Rohstoff, indirekti Landnutzigsänderige, d Verdrängung vo Nahrigsmittelproduktion und d Belastig vo Ökosysteme werde nöd immer mit de nötige Tiefe erfasst. En Treibstoff cha lokal sauber verarbeitet werde und trotzdem e globale problematischi Lieferkette voraussetze.

De Bericht vo de UREK des Nationalrats us em Jahr 2013 zeigt, dass die Spannig scho damals bekannt gsi isch. D Kommission het vorgeschlage, d Kriterien für Stüürerleichterige z erweitere und dem Bundesrat z erlaube, später au es Kriterium zur Ernährigssicherheit iizfüere, sobald internationali Standards vorlieged. Gleichzeitig isch über Bewilligigspflichte für grössere Menge diskutiert worde. D Debatte macht deutlich, dass d Gesetzgebung uf globale Risiken reagiert het, aber oft z langsam und z vorsichtig. Im politische Alltag sind d Marktanteil relativ chlii, während d ökologischi Grundsatzfrag gross blibt.

  • Stüürliche Vorteil: Erneuerbari Treibstoff chönd vo de Mineralölstüür ganz oder teilweise befreit werde.
  • Kompensationslogik: Importör müend Emissione kompensiere, chönd aber biogene Anteil als Teil vo de Klimastrategie iirechne.
  • Nachhaltigkeitskriterie: Umwelt- und Sozialbedingige sind vorgesehen, aber d Kontrolle vo indirekte Folge isch anspruchsvoll.
  • Politischi Lücke: Ernährigssicherheit und globale Flächenkonkurrenz werde häufig weniger verbindlich gwichtet als kurzfristigi Klimawirkige.

Teller oder Tank und de Druck uf fruchtbari Böde

Bi de Frage „Teller oder Tank“ gaht es nöd um es rhetorisches Schlagwort, sondern um begrenzti Fläche. Raps, Mais, Zuckerrohr und anderi Nutzpflanze wachsed nöd uf abstrakte Rohstoffmärt, sondern uf Böde, wo au für Lebensmittel, Futtermittel oder Biodiversität gebraucht werde chönnted. Wenn en Teil vo dere Ernte i de Treibstoffproduktion landet, sinkt s Angebot für anderi Verwendungszweck oder de Druck uf zusätzlichi Fläche nimmt zue.

Für d Schwiiz isch d Situation bsunders relevant, wil sie bi Agrarrohstoff und Treibstoff stark vo Import abhängig isch. En Teil vo de Nachfrage wird über internationale Märkt gedeckt. Raps cha als Ölsaat für Biodiesel diene, Palmöl wird i globale Lieferkettene unterschiedlich verarbeitet und Mais wird sowohl für Ethanol als au für Futtermittel verwendet. D Schwiizer Konsumente gsehnd am Ende nöd, ob e Beimischig im Tank indirekt mit ere Flächenerweiterig i Südamerika, ere Palmölplantage i Südostasien oder höherem Maisdruck i Nordamerika verbunde isch.

Yellow flowering crop field and lone tree beneath a vivid sunset sky
When transport fuels compete with food production, the real costs extend beyond the filling station to land use, market prices, and global food security.
Rohstoff Mögliche Nutzung Zentrale Risike
Raps Öl, Futtermittel, Biodiesel Flächenkonkurrenz und hoher Düngerbedarf
Mais Nahrig, Futtermittel, Ethanol Teller-Tank-Konflikt, Wasser- und Düngerbedarf
Palmöl Lebensmittel, Industrie, Biodiesel Entwaldig, Verlust vo Torfböde und Biodiversität
Abfallöle Biodiesel und andere Nutzige Begrenzti Verfügbarkeit, Gefahr vo Umdeklaration

D Analyse vom International Food Policy Research Institute verweist uf d grundsätzliche Verbindung zwüschet Biotreibstoffpolitik und de weltwiite Ernährigskrise, au wenn die verlinkti Dokumentation nöd alli Detail usweist. D entscheidendi Logik bliibt klar: Rohstoff, wo i de Mobilität verbrennt wird, staht für d Lebensmittelversorgung nüm zur Verfüegig. Das heisst nöd, dass jede biogene Treibstoff automatisch schädlich isch. Abfallfett, gebrauchts Speiseöl oder bestimmte Reststoff chönd sinnvoller sii. Aber agrobasierte Erstgeneration-Biokraftstoff verschärfed d Konkurrenz um fruchtbari Böde.

Versteckti Treibhuusgas und d Schwächen i de Ökobilanz

De häufigsti Fehler i de Debatte isch d Reduktion uf de Auspuff. Biotreibstoff setzt bi de Verbrennung zwar Kohlenstoff frei, wo vorher i de Pflanze gebunde worde isch. Das macht ihn aber nöd automatisch klimaneutral. Für e ehrlechi Bilanz müend Saat, Ackerbearbeitig, Dünger, Bewässerig, Ernte, Trocknig, Verarbeitung, Transport und Nebenprodukt berücksichtigt werde. Besonders Stickstoffdünger verursacht entlang vo de Produktions- und Nutzigsphase beträchtlichi Treibhuusgasemissione.

En Lebenszyklusstudie zu Maisethanol zeigt, dass Landwirtschaft und Raffination zäme rund 95 Prozent vo de Lebenszyklus-Emissione usmached. D Raffination allei macht i de untersuechte Industrie rund 45 Prozent us, wenn Landnutzigsänderige und Gutschrifte für Nebenprodukt nöd mitgerechnet werde. Energieeffizienz und höheri Erträg chönd d Bilanz verbessere, aber für tiefi Emissionssenkige brucht es vor allem e konsequente Ersatz vo fossilem Prozessgas und weitere technische Massnahme. Das zeigt, wie wenig es bringt, nur de Rohstoff als „erneuerbar“ z bezeichne.

No gravierender sind indirekti Landnutzigsänderige. Wenn Ackerfläche für Treibstoff verwendet wird, cha d Lebensmittel- oder Futtermittelproduktion an en andere Ort verdrängt werde. Dort werde Wälder, Grasland oder Feuchtgebiete unter Umständ umbroche. Damit gaht CO2 us natürliche Senke i d Atmosphär, und de anfängliche Klimavorteil vom Biotreibstoff isch schnell verschwunde oder sogar ins Gegenteil verkehrt. D Schwiizer Stellungnahme zur Biodiversität und Biotreibstoff betont genau die Zämehäng: Landnutzig, Desertifikation, ländlichi Existenze, Klima und Biodiversität sind nöd getrennti Dossier, sondern Teil vom gleiche System.

  • Direkti Emissione: Dünger, Diesel i de Landwirtschaft und Energie für d Verarbeitung belaste d Klimabilanz.
  • Indirekti Emissione: Verdrängti Produktion cha Entwaldig oder d Umwandlig vo Grasland uslöse.
  • Versteckti Ressource: Wasser, Bodenfruchtbarkeit und Biodiversität werde i reine Auspuffrechnige oft unterschätzt.
  • Unsicheri Gutschrifte: Nebenprodukt wie Futtermittel chönd angerechnet werde, aber die Entlastig isch abhängig devo, weli Produktion tatsächlich ersetzt wird.

Schlüsselmassnahme für e ehrlechi Schwiizer Mobilitätswende

En glaubwürdigi Klimapolitik muess d Prioritäte umchehre. Nöd jede biogene Treibstoff isch abzlehne, aber agrobasierte Erstgeneration-Treibstoff ghöred nöd länger als einfache Klimawunderlösig subventioniert werde. D Schwiiz söll ihre begrenzti politische und finanzielle Mittel det iisetze, wo pro eingesetzte Franke und pro beanspruchti Fläche di grössti Wirkung entstoht. Das heisst weniger Energieverbrauch, weniger Autoverchehr und e raschi Umstellig uf effizienti, erneuerbar betriebni Systeme.

  1. Stüürprivilegie schrittwiis abboue: Steuererleichterige für Treibstoff us Nahrigspflanze, Palmöl oder anderi problematischi Agrarrohstoff sötted verbindlich befristet und abgschafft werde. Reststoff und Abfallöle chönd nur denn unterstützt werde, wenn Herkunft, Menge und Nachhaltigkeit überprüefbar sind.
  2. Lebenszyklus verbindlich prüefe: Für jede Förderung muess d vollständigi Klimabilanz zähle, inklusive Landnutzigsänderige, Dünger, Verarbeitung und Transport. E theoretischi CO2-Reduktion am Auspuff längt nöd.
  3. Effizienz und Schiene priorisiere: Investitione i öffentleche Verkehr, Güterverlagerig, Veloinfrastruktur und Raumplanig senked de Energiebedarf direkt. Was gar nöd verfahre wird, muess nöd ersetzt werde.
  4. Echti Elektrifizierig beschleunige: Personenwage, Lieferverkehr und, wo technisch möglich, Bus- und Güterverkehr sötted mit erneuerbarem Strom betribe werde. Elektrischi Antrieb nutzed Energie deutlich effizienter als Verbrennungsmotor mit Flüssigtreibstoff.
  5. Globali Standards stärke: D Schwiiz söll international für strengi Nachhaltigkeitskriterie, Schutz vo Ökosysteme und globali Ernährigssicherheit iistah, statt problematischi Rohstoff über Zertifikatssysteme schönzurechne.

Bundesrat und Parlament müend im revidierte CO2-Gsetz klar festlege, dass Klimapolitik nöd bi de Bilanzgrenze vo de Landesgrenze endet. Importierte Rohstoff bringed importierti Folge mit. E wirkigsvolles Gesetz brucht deshalb Transparenz über Lieferkettene, e Ausschluss vo Rohstoff us Entwaldigsgebiete und en Vorrang für Abfall- und Reststoff, wo nöd mit Lebensmittelproduktion konkurriered. D Diskussion rund um crop-basierte Biotreibstoff i Grossbritannien zeigt, dass en Abbau vo Agrartreibstoff mit moderatem Ausbau vo Elektromobilität und Netto-Null-Ziel vereinbar cha sii. Teller statt Tank isch somit nöd Verzicht uf Klimaschutz, sondern e Voraussetzung für wirksami Klimapolitik.

Zukunftsgrichteti Klimapolitik ohni falschi Kompromiss apacke

D bisherigi Biimischigsstrategie löst de Grundkonflikt nöd, sie verschiebt ihn. Am Schweizer Tank mag en biogene Anteil erneuerbar wirke. Global betrachtet chann er aber wertvolls Ackerland binde, Lebensmittel verteuere, Ökosysteme unter Druck setze und durch versteckti Emissione weniger CO2 spare als versproche. D Informatione vom Bundesamt für Energie zu Biodiesel unterscheided deshalb sinnvoll zwüschet Abfallöle mit günstiger Bilanz und pflanzliche Rohstoff mit höherem Energiebedarf, Flächenkonkurrenz und Entwaldigsrisiko.

Jetzt isch politischi Verantwortig gfrogt. Stimmbürgerinne und Stimmbürger sötted genau prüefe, weli Klimamassnahme tatsächlich Emissione senked und weli nur s Etikett „erneuerbar“ trage. Parlament und Bundesrat müend d Förderung vo Erstgenerations-Agrartreibstoff beende, d Verkehrsnachfrage senke und e Mobilitätswende vorantriibe, wo uf Effizienz, Schiene und Elektrifizierig setzt. Wer Böde, Wälder und globali Ernährigssicherheit schützt, macht kei Rückschritt. Er schafft d Grundlage für e Klimapolitik, wo au über d Schwiizer Grenze use verantwortbar bliibt.

Teller statt Tank: Wie Agrosprit die globalen Getreidepreise antreibt

wilma

Wenn de Tank d Chornchammere plündert

Agrotreibstoff wird oft als klimafreundlichi Alternative zu Benzin und Diesel verkauft. Doch wenn Weize, Mais, Raps, Sonnenblume oder Palmöl im Tank lande, verschiebt sich d Frag nach de Nachhaltigkeit sofort: Was söll uf wertvollem Ackerland wachse, Nahrung oder Energie? In Europa werde mittlerwile täglich rund 19 Millionen Fläsche Raps- und Sonnenblumeöl als Treibstoff verbrännt, wie d Deutsche Umwelthilfe dokumentiert. Das isch kei nebensächliche Nische, sondern e direkti Konkurrenz zur Lebensmittelproduktion.

Während Regierige im globale Norde mit Biimischigsquote vermeintlich fürs Klima handle, spüred Mänsche im globale Süde d Folg vo steigende Agrarpriise, Landverlust und unsichere Versorgig. Agrosprit verursacht nöd jede Hungerkrise, und er isch au nöd de einzig Grund für Priissprüng. Chriege, Spekulation, Klimaschäde und unterbrochni Lieferkettene verstärched d Lage. Aber nahrigsbasierti Biotreibstoff schaffed e künstlichi Zusatznachfrag uf Märkt, wo für d Grundversorgig entscheidend sind. D These isch drum klar: Agrosprit triibt Getreide- und Pflanzenölpriise i d Höchi und bedroht besonders d Existenz vo Mänsche, wo scho vorher mit sehr wenig Einkommen uscho müend.

Cornfield in front of grain silos and an industrial processing plant
When food crops are diverted into fuel markets, energy policy can intensify pressure on staple prices and the land needed to produce them.

De Verdrängigswettbewärb uf de internationale Fälder

Ackerland isch nöd beliebig vermehrbar. E Fläche, wo Mais für Ethanol produziert, cha nöd gliichzitig Weize für Brot, Hülsenfrücht für d lokale Chuchi oder Fuetter für Tier liefere. D Konkurrenz lauft nöd nur zwüsche Nahrung und Energie, sondern au innerhalb vo de Landwirtschaft. Raps und Sonnenblume werde zu Öl verarbeitet, Mais landet im Tank oder im Trog, und Palmöl dient je nach Markt als Lebensmittel, Industrieprodukt oder Biokomponente. Sobald Energiepolitik d Nachfrage nach ere Kulturpflanze erhöht, stiege Priise und Pachtzün, und d Produktion verlagert sich dorthi, wo möglichst billig und grossflächig produziert werde cha.

Das schafft e klare Kettenreaktion. Höcheri Rohstoffpriise verteuere Öle, Futtermittel und verarbeitete Lebensmittel. Für wohlhabendi Haushält isch das ärgerlich, für arme Haushält cha es entscheide, ob no gnueg Nahrung uf em Tisch stoht. D Analyse vo de US-Notenbank zeigt, dass d weltwiiti Biotreibstoffproduktion i de zwei Jahr bis Juni 2008 de Maispriis um rund 27 Prozentpünkt, de Sojapriis um 21 Prozentpünkt und de Zuckerpriis um 12 Prozentpünkt erhöht het. Biotreibstoff isch demnach nöd für de ganze globale Priisanstieg verantwortlich gsi, aber für einzelni Kultuure het de Effekt spürbar bis massiv usgfalle.

Glichzitig wachse d ökologischi Choschte. Monokulture brauche viel Fläche, Dünger, Pflanzeschutzmittel und Wasser. Bi Palmöl führt d Expansion i tropische Regione zu Abholzig, Torfbode-Zerstörig, Bränd und em Verlust vo Lebensruum. E wissenschaftlichi Übersicht zur Palmölproduktion beschreibt die Zämehäng zwüsche Plantageusdehnig, Biodiversitätsverlust und soziale Konflikt ausführlich i de Universität Graz. Nachhaltigkeit cha nöd bloss über s Endprodukt definiert werde. Entscheidend isch, wo d Rohstoff wachse, wär über s Land entscheidet und weli Ökosystem debi verschwinde.

  • Nahrung: Weize, Mais, Raps und Sonnenblume werde direkt oder indirekt für d menschlichi Versorgig bruucht.
  • Fuetter: Energiepflanze verdränged Fläche, wo au für Tierfuetter und pflanzlichi Eiwiissquelle nötig wär.
  • Natur: Grossflächigi Monokulture schwäched Böde, Gewässer, Bestäuber und d biologische Vielfalt.
  • Klima: Abholzig, Torfabbau und intensivi Bewirtschaftig chönd d Klimabilanz vom Agrotreibstoff massiv verschlechtere.

Wie politischi Biimischigsquote d Marktmechanisme verzerred

Biimischigsquote sind staatlichi Vorgabe, wonach Treibstoffanbieter e bestimmte Anteil erneuerbari Energie i ihre Produkte mische oder e entsprechende Treibhausgasreduktion nachwiise müend. Das tönt nach ere technokratische Massnah, wirkt aber direkt uf de Agrarmarkt. Der Staat setzt damit e zusätzliche, politisch garantierte Nachfrage nach Rohstoff in Gang. Wenn Mineralölkonzern und Raffinerie dä Anteil erfülle müend, konkurriere sie mit Mühli, Lebensmittelindustrie und Tierhalter um gliichi Ware.

Unter normale Marktbedingige würd de Priis signalisieren, ob e Ernte knapp oder reichlich isch. E Quote legt jedoch e Mindestnachfrage fest, unabhängig devo, ob d Bevölkerung grad meh Nahrung bruucht, ob d Ernte dür Dürre sinkt oder ob d globale Lagerbeständ abnehmed. Händler wüssed, dass e Teil vo de Nachfrage politisch abgesicheret isch. Das cha Spekulation begünstige und Priissprüng verstärke. D erwähnti Federal-Reserve-Studie chunnt allerdings au zu ere wichtige Einordnig: Biotreibstoff het rund 12 Prozent vom globale Anstieg im IMF-Nahrigsmittelpriisindex erklärt, während fast 90 Prozent anderi Ursache gha hend. Seriösi Argumentation muess beides gleichzeitig säge: Agrosprit isch nöd de einzig Treiber, aber er verschärft d Konkurrenz und macht Märkt empfindlicher.

Besonders problematisch isch s Verhältnis zwüsche Energieertrag und Nährwertverlust. Pflanze speichere Sonnenenergie, aber sie liefered au Eiwiiss, Fett, Stärke, Mineralstoff und Vitamine. Wird e essbari Pflanze verbrännt, gaht dä Nährwert unwiderrueflich verlore. Selbst wenn Nebenprodukt wie Schlempe oder Pressrückständ als Fuetter verwendet werde, ersetzt das nöd automatisch d ursprüngliche Lebensmittelmenge. Es entstoht kei zusätzlechi Ernte, sondern e Umleitig vo wertvoller Biomasse. D Frage isch deshalb nöd nur, wie viel Energie pro Liter entsteht, sondern au, wie viel Nahrung, Bodenfruchtbarkeit und Fläche dafür geopferet werde.

Politischi Massnah Diräkti Marktfolgl Gesellschaftlichi Risike
Biimischigsquote Zusätzlechi Nachfrage nach Mais, Öl oder Zucker Höcheri Lebensmittel- und Fuetterpriise
Subventione Agrosprit wird künstlich konkurrenzfähig Öffentlechi Mittel stützed flächeintensivi Produktion
Exportorientierti Plantage Land wird uf e globale Energienachfrage usgrichtet Lokali Versorgig und Landrechte werde gschwächt
Schwachi Nachhaltigkeitskriterie Indirekti Landnutzigsänderige werde unterschätzt Abholzig und Biodiversitätsverlust chönd zuneh

Bitteri Realität für Chliibüürinne und Chliibure im Süde

Für Chliibüürinne und Chliibure im globale Süde isch Land nöd bloss e Produktionsfaktor. Es isch Ernährigsgrundlag, Wohnort, kulturelli Identität und oft d einzig Absicherig gegen Krisene. Wenn internationale Investore Land für Zuckerrohr, Jatropha, Mais oder Palmöl übernehmed, verändered sich d Machtverhältnis. Verträg werded teilweise über Jahrzehnte abgeschlossen, während d lokale Bevölkerig unvollständig informiert oder gar nöd konsultiert wird. Selbst wenn Arbeitsplätz entstönd, chönd sie d verlornige Selbstversorgung und d Abhängigkeit vo importierte Lebensmittel nöd kompensiere.

Die globale Landgrabbing-Debatte zeigt, dass d Flächen nöd immer direkt für de Tank bestimmt sind. Es längt, wenn d Produktion exportorientiert wird und d lokale Ernährung zruckdrängt. E Analyse zum europäische Biotreibstoffmodell berichtet, dass Afrika 2016 rund zwei Drittel vo de weltwiite Landdeals umfasst het. Für Deals, wo 2012 erfasst worde sind, sei i Afrika rund 66 Prozent vo de betroffene Fläche für Biotreibstoff vorgesehen gsi, aber nur rund 21 Prozent für Nahrung. Solchi Zahle müend im Kontext vom jeweilige Datensatz beurteilt werde, sie zeiged aber d Grössenordnig und d Richtung vo de Konkurrenz.

D Uswirkige sind diräkt: Weniger Land für lokale Hirse, Maniok, Bohne oder Mais bedeutet meh Abhängigkeit vo schwankende Weltmarktpriise. D UN-Ernährungsdebatte weist zudem druf hi, dass global grundsätzlich gnueg Nahrung produziert wird, aber Verteilige, Priise, Kriege und Zugang entscheidend sind. De Bericht über d globale Hungerkrise nennt Landraub, Spekulation, Futtermittelproduktion und Biotreibstoff als strukturelli Treiber. Hunger entstoht drum nöd, wil d Welt z wenig produzieren cha, sondern au wil Mänsche d Kontrolle über Boden, Märkt und Versorgigsweg verliered.

  • Landrecht: Lokali Gemeinschaft müend Landtitel, Nutzigsrecht und freie, vorgängigi sowie informierti Zuestimmig tatsächlich chönne durchsetze.
  • Versorgig: Landwirtschaftlichi Investitione sötted zuerst lokale und regionale Lebensmittelmärkt stärche, nöd bloss Exporterlös für internationale Abnehmer generiere.
  • Sortenevielfalt: Eigeni Saatgutsystem und robuste Mischkulture verringered d Abhängigkeit vo wenige Konzern und importierte Betriebsmittel.
  • Wertschöpfig: Chliibetrieb bruuched Zugang zu Kredit, Beratung, Lagerig und Märkt, damit sie nöd unter de Druck vo Grossplantage gerate.

D Schwizer Mitverantwortig und Handligsspielrüüm

D Schwiz produziert nöd im grosse Stil Ethanol oder Biodiesel us eige Getreide, aber sie isch trotzdem Teil vo de globalen Kette. Rohstoff, Pflanzenöl, Futtermittel, Treibstoffkomponente, Zertifikat und Finanzdienstleistige überschriited Grenze. D Schwizer Agrar- und Rohstoffbranche profitiert vo internationale Handelsströöm, während d ökologischi und sozial Belastig oft am Produktionsort im globale Süde sichtbar wird. D Frage nach de Mitverantwortig betrifft deshalb nöd nur Tankstelle, sondern au Handelsfirmen, Banken, Versicherige, Investore und d staatlichi Regulierung.

Au i de Schwiz zeigt sich e Widerspruch. Klimapolitischi Instrument sötted Treibhausgasemissione senke, chönd aber kontraproduktiv werde, wenn sie nahrigsbasierte Treibstoff fördered und indirekti Landnutzigsänderige nöd voll berücksichtige. E resilienti Lebensmittelversorgig bruucht gemäss de BOKU-Analyse zur Krisensicherheit regionali Verankerig, Bodenschutz, weniger Importabhängigkeit und e Landwirtschaft, wo ökologisch, sozial und wirtschaftlich tragfähig isch. D Schwiz cha d Zielkonflikt nöd mit schöni Label verschwinde la. Sie muess priorisiere, weli Nutzung vo Land und öffentliche Mittel tatsächlich dem Gemeinwohl dient.

Für Finanzplatz und Konsumente entstoht debi e konkrete Verantwortig. Finanzinstitut sötted offenlege, ob sie Plantage, Händler oder Infrastruktur finanziere, wo mit Landkonflikt, Abholzig oder nahrigsbasierte Agrosprit verbunde sind. Unternehmen müend Lieferkettene bis zur Produktionsfläche nachvollziehbar mache, statt sich uf Zertifikat und Durchschnittswerte z verlasse. Konsumente chönd Nachfrage nach Lebensmittel mit klarer Herkunft stärche, aber d Hauptverantwortig bliibt politisch: Einzelni Kaufentscheide chönd e verzerrti Marktordnung nöd ersetze.

  1. Lieferkettene prüefe: Bund und Unternehme sötted Herkunft, Landnutzig, Entwaldigsrisike und soziale Konflikt vo Biokomponente transparent dokumentiere.
  2. Falschi Anreiz abboue: Steuerlichi Begünstigunge und Quote für nahrigsbasierte Agrotreibstoff müend überprüeft und schrittwiis beendet werde.
  3. Finanzierigsregle verschärfe: Banken und Pensionskasse sötted verbindlichi Ausschlusskriterie für Abholzig, Landraub und Verletzige vo Landrecht anwände.
  4. Mobilität neu plane: Investitione sötted in Elektrifizierig, effizienti öffentliche Verkehrsmittel, Veloinfrastruktur und weniger Energieverbrauch fliessä.

Für e echti Agrar- und Mobilitätswändi ohni Cholehydrat im Tank

Eine glaubwürdigi Klimapolitik darf nöd d Emissione am Auspuff verschiebe und debi d Belastig uf Ackerland, Wälder und arme Haushält abwälze. Nahrigsbasierte Biotreibstoff verdiene kei pauschali Klimaprämie. Staatlichi Biimischigsquote, wo Weize, Mais, Raps, Sonnenblume oder Palmöl i de Energieverbrauch zwinge, sötted beendet werde. Das heisst nöd, dass jede biogene Ressource nutzlos isch. Abfall- und Reststoff, wo nöd mit Nahrung konkurriere und ökologisch sinnvoll verarbeitet werde, chönd separat beurteilt werde. Entscheidend isch, dass d Ausnahme nöd wieder zur Hintertür für neue Monokulture wird.

De Weg nach vorn liggt i echte Effizienz und ere Mobilität, wo weniger Energie bruucht. Elektrifizierig mit erneuerbarem Strom, dichter öffentliche Verkehr, sichere Veloweg, kompakteri Siedlige und weniger Individualverchehr senked d Nachfrage nach Treibstoff grundsätzlich. Parallel dezue muess d Landwirtschaft Böde schütze, Biodiversität fördere, lokale Märkt stärke und d Lebensmittelverschwendig reduziere. Für e politischi Wändi sind vor allem die folgende Prioritäte entscheidend:

  • Teller vor Tank: Ackerfläche für Nahrung und ökologisch notwendigi Fruchtfolge reserviere.
  • Quote abschaffe: Staatlich erzwungeni Nachfrage nach nahrigsbasierte Biotreibstoff beende.
  • Verkehr senke: Effizienti, elektrifizierti und öffentliche Mobilität konsequent usbaue.
  • Landrecht schütze: Landgrabbing verhindere und d Zuestimmigsrecht vo lokale Gemeinschaft verbindlich absichere.
  • Lieferkettene offelege: Finanz- und Handelsströöm so reguliere, dass Abholzig und Hunger nöd indirekt mitfinanziert werde.

Ernährig isch es Grundrächt und kei Rohstoffreserve für e ineffiziänte Verkehrspolitik. Wer globali Ernährigssicherheit ernst nimmt, muess d Priorität klar setze: wertvolls Ackerland dient zuerst de Mänsche, wo vo dere Ernte abhängig sind. Teller statt Tank isch drum nöd bloss e Schlagwort, sondern de Prüfstei für e Agrar-, Klima- und Mobilitätspolitik, wo ihrem Anspruch uf Nachhaltigkeit und Gerechtigkeit tatsächlich gerecht wird.

Pro Natura

lucas

Die Naturschutzorganisation Pro Natura hat die Verantwortung dafür übernommen, sich für den Erhalt der Tierarten, der Lebensräume und des Pflanzenreichtums einzusetzen.

Als 1909 gegründete Organisation gilt Pro Natura als die älteste Naturschutzorganisation der gesamten Schweiz. Damals wurde sie in dem Bestreben gegründet, den ersten Nationalpark in der Schweiz zu schaffen. Dies gelang im Jahr 1914 mit der Eröffnung des Schweizer Nationalpark im Engadin. Seither betreut Pro Natura diverse Naturschutzgebiete und -zentren in der Schweiz.

Vorsätze von Pro Natura

Über die Jahre hinweg hat Pro Natura seine Ziele erweitert, sodass nun auch auf der Agenda die Möglichkeit steht, dass verbreitete Tier- und Pflanzenarten genügend Raum zum Ausbreiten haben können und solche gefördert werden sollen, die einst sehr verbreitet gewesen waren. Des Weiteren setzt sich die Naturschutzorganisation dafür ein, dass Alternativen zur Ausbreitung von Industrie und Mensch, die keine Zerstörung der Natur mit sich ziehen, gefunden werden. Durch das Informieren der Öffentlichkeit erhofft sich Pro Natura einen verantwortungsvollen Umgang des Menschen gegenüber Natur und Tierreich.

Projekte

Schoggitalerverkauf

1946 verkaufte Pro Natura zum ersten Mal sogenannte Schoggitaler, um so den Silsersee zu retten. Der Schoggitalerverkauf wurde immer mehr zur Tradition, sodass nun jedes Jahr von Neuem ein Projekt bestimmt wird, das mit dem Erlös der Schoggitaler unterstützt wird.

Wegbereiter für das Naturschutzgebiet Grande Cariçaie am Neuenburgersee

Um zu verhindern, dass eine Autobahnstrecke durch ein Teilgebiet des Neunburgersees gebaut wird, startete die Naturschutzorganisation eine Petition und sammelte Gelder, die dazu beitrugen, dass das Gebiet unberührt blieb. Später wurde aus genau diesem Gebiet das Naturschutzgebiet Grande Cariçaie am Neuenburgersee.

Moore als Naturschutzgebiete

Mithilfe der Schweizer Bevölkerung erwirkte Pro Natura 1987, dass künftig alle Moore zu Naturschutzgebieten erklärt werden.

Hallo Biber!

Dank des Projektes Hallo Biber, bei dem Flüsse renaturiert und neue Tümpel sowie Teiche angelegt wurden, konnte der Biber wieder in der Schweiz angesiedelt werden.

Unterstützung von Pro Natura

Wer die Naturschutzorganisation Pro Natura unterstützen möchte, kann dies in Form von Freiwilligenarbeit und Spenden tun.

Stiftung Umwelteinsatz

lucas

Die Stiftung Umwelteinsatz organisiert in der ganzen Schweiz Umwelteinsätze für Jung und Alt, um die Natur auch noch für künftige Generationen zu erhalten.

Mit den seit 1967 von der Stiftung Umwelteinsatz angebotenen Projekte für Schulklassen, Zivildienstleistende und naturfreudige Erwachsene, möchte die Organisation Menschen für die Natur und für die Fülle, die sie zu bieten hat, begeistern.

Umwelteinsatz als Schulklasse

Ab dem Alter von fünfzehn Jahren bietet die Stiftung Umwelteinsatz Schülern und Schülerinnen als Klasse an, eine Woche bei einer die Natur aufwertenden Aktion mitzuwirken. Dabei übernehmen die Jugendlichen wichtige Aufgaben für einzelne Ortschaften und deren Umgebung, indem sie beispielsweise bei der Rekonstruktion dessen behilflich sind, was durch Stürme und Lawinen zerstört worden ist, indem sie durch das Erneuern von Wegen oder das Pflanzen von Bäumen neue Lebensräume für Tiere zu schaffen.

Der Bau von Trockenmauern

Trockenmauern zu bauen ist eine Kunst, die früher sehr oft zum Einsatz kam, heutzutage jedoch weniger oft anzutreffen ist, obwohl sie sehr robust ist. Zivildienstleistende und Erwachsene, die einen interessanten Urlaub verbringen möchten, sind dabei in den Bau von Trockenmauern eng mit eingebunden. Damit sorgen sie dafür, dass natürliche Weideflächen und eine Art steinerner Schutzwall vor Erdrutschen und Lawinen entstehen.

Unterstützung

Fachpersonen zum Thema Umwelt, Ortschaften und bereits bestehende Organisationen werden dazu aufgerufen, mit Ideen zu unterstützen. Spendengelder finanzieren weitere Projekte.

Alpen-Initiative

lucas

Die Alpen-Initiative hat die Vision, die Alpen sowie ihre umliegenden Gebiete vor dem umweltschädlichen Straßenverkehr zu bewahren und wichtige Lebensräume zu erhalten.

Unter der Alpen-Initiative ist ein von Umweltaktivisten/-innen im Jahre 1989 gegründeter Verein zu verstehen, der sogenannte „Verlagerungspolitik“ betreibt. Damit ist gemeint, dass die bisher genutzten Kraftfahrstraßen in den Alpen ersetzt werden sollen durch lärmfreiere und kohlenstoffdioxidärmere Züge sowohl zum Waren-, als auch zum Personentransport.

Von der Straßen- zur Schienennutzung

Die Umlagerung des Verkehrs von Straßen auf die Schienen geht allerdings nur langsam voran. Immerhin hat die Alpen-Initiative dafür gesorgt, dass pro Jahr maximal 650.000 LKWs die Schweizer Alpenpässe befahren dürfen, und um die Zahlen der Lastwagen noch weiter zu reduzieren, hat der Verein die Regelung eingeführt, dass sämtliche LKW-Führer für jeden gefahrenen Kilometer auf solchen Straßen durch die Schweizer Alpen die sogenannte Leistungsabhängige Schwerverkehrsabgabe (LSVA) bezahlen müssen.

Darüber hinaus protestieren die Mitglieder der Alpen-Initiative auch gegen die durch den CO2-Ausstoß verursachte Lebensraumzerstörung, die sowohl Pflanzen- und Tierwelt als auch die Menschen betrifft. Das Leben an Transitachsen verursacht Atemwegserkrankungen, Herzkrankheiten und erhöhten Blutdruck durch die Abgase sowie die ständige Lärmaussetzung. Besonders die Fichtenwälder leiden sehr stark unter der Klimaerwärmung, denn sie vertrocknen bedingt durch hohe Temperaturen und es kommt immer wieder zu Waldbränden.

Unterstützung der Alpen-Initiative durch den Umstieg auf Lokalprodukte, Mitgliedschaften oder Spenden.

Nächstenliebe – Ein geflügeltes Wort?

lucas

Nächstenliebe ist ein weitreichender Begriff. Daraus ergibt sich auch die Frage: Wo fängt sie an und wo hört sie auf? Gerade heute, in Zeiten von Corona ist Nächstenliebe gefragt wie nie. Täglich hören wir es in den Medien: Wir müssen mehr denn je zusammenhalten! Die Politiker bitten, dass wir uns um alte Menschen kümmern, die vielleicht hilflos und alleine leben. Wir sollen ihnen unsere Hilfe in alltäglichen Dingen anbieten, wie Einkaufen, den Hund ausführen, Besorgungen machen.

Das ist gelebte Hilfsbereitschaft, das ist Nächstenliebe. Nächstenliebe kann in der momentanen Situation aber auch bedeuten, keine Corona-Partys zu feiern, das eigene Leben zugunsten anderer Menschen, besonders derer, die als Risikogruppen gelten, einzuschränken, um sie nicht anzustecken. Nächstenliebe kann aber auch ein Wort des Dankes an eine völlig überforderte Supermarkt-Angestellte sein, der wir unseren Respekt damit zollen. Nächstenliebe – Das kann sehr vieles bedeuten und sich in fast alle Bereiche des menschlichen Zusammenlebens auf diesem Planeten erstrecken.

Nächstenliebe als Beruf

Das Wort Beruf kommt von Berufung. Viele Menschen fühlen sich dazu berufen, anderen zu helfen. Damit ist in erster Linie das Pflegepersonal, wie etwa der Altenpfleger, der einer Seniorin dabei hilft, sich die Schuhe anzuziehen, gemeint. Aber generell auch alle, die in medizinischen Bereichen arbeiten. Auch sie haben ein besonderes Bedürfnis, anderen zu helfen, was ebenfalls eine Art von Nächstenliebe darstellt, auch wenn sie gegen Bezahlung stattfindet.

Schon in der Bibel ist die Rede von Nächstenliebe. Dies drückt sich sehr schön in dem Satz „Liebe deinen Nächsten wie dich selbst“ aus. Aber wie hat die Realität bisher ausgesehen? Seien wir ehrlich: Interessiert uns das Schicksal eines Menschen, der Tausende von Kilometer weit von uns weg wohnt, wirklich? Wenn er beispielsweise bei einem Erdbeben seine Nächsten verloren hat und hemmungslos in die Kamera weint? Es interessiert uns, vielleicht für den Moment, in dem wir den Bericht im Fernsehen vorgesetzt bekommen. Und danach? Es kann und es darf uns weiter interessieren, wie es diesem Menschen ergeht, wenn er alles verloren hat.

Wir können auch einen völlig fremden, in einem anderen Land lebenden, Menschen unsere Nächstenliebe erfahren lassen, zum Beispiel indem wir eine Geld- oder Sachspende leisten, um diesem Menschen beim Wiederaufbau zu helfen. Auch das ist Nächstenliebe. Nächstenliebe kann man auch einfach als Interesse am Anderen definieren. Dazu ist es nicht nötig, ihn zu lieben oder zu mögen. Es ist ein Aspekt der Menschlichkeit. Wir Menschen wurden vom Schöpfer mit Gefühlen ausgestattet und Gefühle sind da, um gelebt zu werden.

Jeder einzelne hat Bereiche im täglichen Leben, in denen er Nächstenliebe aktiv leben kann. Manchmal genügt bereits ein kleiner Blick über den Tellerrand, der uns die Augen öffnet. Oft ist die Möglichkeit nur einen Flügelschlag entfernt, und die anschließenden, dankbaren Blicke oder Worte des anderen sind oft wie Balsam für unser eigenes Wohlbefinden.

Greenpeace Schweiz

lucas

Nachdem im Jahre 1971 die Umweltorganisation Greenpeace in Kanada gegründet wurde, gelangten ihre Ideen, die Welt vor einer Vergiftung durch Chemikalien zu bewahren und den Fortbestand von Ozeanen und Wäldern zu sichern, auch in die Schweiz, sodass 1984 die Greenpeace Schweiz gegründet wurde.

Hauptpfeiler der Greenpeace-Organisation ist Gewaltfreiheit, die mit jeglichen Aktionen einhergeht. So veranstaltet Greenpeace zwar kritische Kampagnen und Demonstrationen, jedoch gehen diese stets friedlich aus. Damit versucht die Umweltorganisation, die Menschen wachzurütteln und darauf aufmerksam zu machen, was in der Gesellschaft, in der wir leben, verändert werden muss, damit jedem Lebewesen ein wohlbehütetes Dasein geboten werden kann.

Greenpeace Schweiz und die Wälder

Besonders die Greenpeace Schweiz setzt sich stark für die Erhaltung der Wälder ein. Sie ist fest davon überzeugt, dass etwas dagegen getan werden muss, dass alle zwei Sekunden fast 7.000 Quadratmeter dem Erdboden gleich gemacht werden. In erster Linie setzt die Umweltorganisation auf Aufklärungsarbeit mithilfe von sozialen Medien, über die sie informationsreiche Texte veröffentlicht und kurze Videos hochlädt. Im nächsten Schritt geht es darum, in Aktion zu treten. So können Einzelpersonen beispielsweise an von der Greenpeace Schweiz organisierten Demonstrationen teilnehmen oder ihre Stimme abgeben für eine Petition.

Ähnlich wird auch bei einer Debatte zum Import von Fleisch und Futtermitteln wie Soja durch die Schweiz verfahren, die in vielen Fällen die Brandrodung von Wäldern zur Folge haben. Daher fordert die Greenpeace Schweiz nun unter Berücksichtigung der Verfassungsrichtlinien ein Einfuhrverbot für alle Waren, die sowohl Wäldern als auch Artenvielfalt zerstören. Um die Neuregelung einfordern zu können, benötigt die Umweltorganisation jedoch eine gewisse Anzahl an Unterschriften, die es über eine Petition zu erreichen gilt.

Unterstützung von der Greenpeace Schweiz

Die Unterstützung von Greenpeace Schweiz kann erfolgen in Form einer Spende, einer Mitglied- oder einer Patenschaft. Darüber hinaus sind auch Unterschriften unter einer Petition und die Teilnahme an Demonstrationen von großer Bedeutung.

BirdLife Schweiz

lucas

Da in den Augen der Naturschutzorganisation BirdLife Schweiz noch zu wenig getan wird vonseiten der Behörden und der Politik, haben es sich ihre Mitglieder zur Aufgabe gemacht, wichtige Lebensräume für Pflanzen und Tiere aufrechtzuerhalten und somit viele Vogelarten vor dem Aussterben zu bewahren.

Die 1922 gegründete Organisation BirdLife Schweiz umfasst mittlerweile schon 67 000 Mitglieder, die sich dafür einsetzen, dass unberührte Landschaften auch unberührt bleiben und der Bauwirtschaft Grenzen aufgezeigt werden. Darüber hinaus möchte BirdLife Schweiz die Menschen dazu bewegen, mehr Natur in dörfliche und städtische Gegenden zu bringen, unter anderem, um neue Siedlungsräume für Vögel zu schaffen.

Um die Öffentlichkeit in die Welt der Natur einzuführen, hat die Naturschutzorganisation mehrere Naturzentren errichtet und bietet vielfältige Programme für Kinder und Jugendliche an. So stellt BirdLife Schweiz beispielsweise Kurzfilme zu einzelnen Vogelarten zur Verfügung, veröffentlicht regelmäßig Ausgaben der Kinderzeitschrift Ornis junior und organisiert Kinder- und Jugendgruppen, die gemeinsam die Natur entdecken. Darüber hinaus findet regelmäßig ein Sommerlager für Kinder und Jugendliche von zehn bis siebzehn Jahren in der Natur statt. Zur Integration des Themas Naturschutz in den Schulunterricht hat BirdLife Schweiz sogar Schuldossiers angefertigt, die Lehrkräfte benutzen können, um ihren Unterricht zu gestalten.

Unterstützung von BirdLife Schweiz

Unterstützt werden kann BirdLife Schweiz sowohl durch Spendengelder als auch durch aktive Mitarbeit.